Forschung

Die Abteilung Bau und Kultur forscht in wechselseitigem Austausch und in kombinierter Anwendung natur- und geisteswissenschaftlicher, ingenieur- und materialwissenschaftlicher sowie gestalterischer und künstlerischer Methoden in vier Forschungsfeldern: 'Bautechnik/Baukonstruktion', 'Infrastruktur', 'Raum' sowie 'Kultur'. Diese sind zwar explizit voneinander abgegrenzt, überschneiden bzw. ergänzen sich aber in vielen Bereichen.

Forschungsverständnis

In der Abteilung Bau und Kultur werden die verschiedenen Aspekte der Gestaltung und Planung sowie der Errichtung und des Betriebs bzw. der Nutzung und Erhaltung von Räumen, Bauwerken, Objekten (z. B. Kulturgüter und Möbel) und Infrastrukturen miteinander verknüpft.

Neben den rein technischen Aspekten des Bauens wird so ein qualifizierter Zusammenhang mit dem räumlichen Entwerfen als Kulturtechnik sowie den wesentlichen Zielen des Bauschaffens hergestellt. Dazu zählen die Bereitstellung von Bauwerken und Räumen mit hoher Qualität, ihre Gestaltung als Kulturleistungen in der fortschreitenden Geschichte, die Erhöhung der Relevanz des Bauwesens für die Beanspruchung und Schonung der natürlichen Umwelt sowie die Verfügbarkeit einer nachhaltigen Infrastruktur für den Verkehr und die Ver- bzw. Entsorgung.

Dabei wird ein breites Verständnis von Kultur angesetzt, das sowohl das immobile als auch das mobile materielle Kulturgut ohne Unterscheidung von Wert und Genrehierarchien von der frühen Menschheitsgeschichte bis in die Gegenwart in allen Kulturen umfasst.

Aus diesem fachübergreifenden Bau- und Kulturverständnis heraus werden neue, gesellschaftlich relevante Forschungsansätze entwickelt, die auf der spezifischen Expertise der beteiligten Professor*innen aufbauen.


Forschungsschwerpunkte

Die Abteilung hat zwei Forschungsschwerpunkte definiert:

Bau und Infrastruktur

Der Forschungsschwerpunkt 'Bau und Infrastruktur' trägt in der Interaktion verschiedener Disziplinen und mit der Entwicklung nachhaltiger, intelligenter Bauweisen dazu bei, eine sichere und stabile Umgebung für die langfristige Bewahrung von natürlichem und kulturellem Erbe bei geringstmöglichem Ressourcenverbrauch zu gewährleisten. Durch die im Rahmen des Forschungsschwerpunkts ebenso adressierte Analyse von Schadensphänomenen, Ursachen, Mechanismen sowie vorangegangenen Restaurierungen einschließlich deren Materialien und Techniken wird die Entwicklung nachhaltiger Erhaltungsstrategien ermöglicht. Ebenso von zentraler Bedeutung sind in diesem Forschungsschwerpunkt die Entwicklung und Prüfung neuer Materialien und technischer Verfahren zur Konservierung/Restaurierung von Kunst- und Kulturgut unter Berücksichtigung sich verändernder Bedingungen, z.B. durch Globalisierung und Klimawandel.

Aktuelle Problemstellungen und Forschungsfragen im Kontext des Forschungsschwerpunkts 'Bau und Infrastruktur' betreffen unter anderem die Themenfelder Mobilität, Bauen im Bestand, klima- und ressourcenschonende Bauweisen, modulares Bauen, Verbundbauweisen, Digitalisierung im Bauwesen sowie Smart Building Engineering.

Kultur und Raum

Der Forschungsschwerpunkt 'Kultur und Raum' geht schwerpunktmäßig den Themen globale Urbanisierungsprozesse und den damit verbundenen Transformationsherausforderungen, neuen Formen von Teilhabe und Koproduktion in Gestaltung und Planung, Leitbildern und Utopien urbaner Zukunft, und künstlerischen Entwurfspraktiken sowie der Denkmalpflege und dem Erhalt von kulturellem Erbe, auch demjenigen der jüngeren Vergangenheit, nach.

Der Forschungsschwerpunkt zielt insbesondere auf die Durchdringung der Genese von Räumen, Strukturen und Werken, ein erweitertes Verständnis in den kulturwissenschaftlichen Kontexten sowie die Entwicklung von Strategien zur Erhaltung und Entwicklung ab. Problemstellungen und Forschungsfragen, die sich im Kontext des Forschungsschwerpunkts 'Kultur und Raum' ergeben, betreffen insbesondere die Kulturpraxis des Entwerfens, Gestaltens und Erhaltens von Kunst- und Kulturgut, urbanen und architektonischen Räumen sowie Bauwerken in synchroner wie auch diachroner Perspektive. Die Produktionsbedingungen von Kunst, Architektur und Design stellen ebenso wie die Entwicklung und Erprobung zukunftsweisender Strategien und Methoden der Konservierung und Restaurierung sowie deren theoretischer Fundamentierung unter Berücksichtigung wechselnder Bewertungen einen zentralen Untersuchungsgegenstand des Forschungsschwerpunkts dar. Ferner stellen die gegenseitige Bedingung von Räumen und sozialem Handeln, dies vor allem im Kontext globaler Urbanisierungsprozesse, und deren politische Implikationen ein komplexes Forschungsfeld dar.


Disziplinäre Verortung

Die Abteilung versteht sich als interdisziplinäre Forschungsumgebung, die eine Zusammenarbeit über etablierte Fachgrenzen hinweg fördert. Sie ist disziplinär insbesondere in Bauwesen und Architektur, Geodäsie, Kulturwissenschaften sowie Kunst- und Bildwissenschaften verankert. Mit Blick auf den Auftrag der Abteilung, Vernetzung und Kooperation in der Forschung zu fördern, wird innerhalb der Abteilung die kombinierte Anwendung natur- und geisteswissenschaftlicher, ingenieur- und materialwissenschaftlicher sowie gestalterischer und künstlerischer Methoden gestärkt und der wechselseitige Austausch der Fachdisziplinen Bau, Architektur und Stadtplanung, Design, Kunsttechnologie, Konservierungswissenschaft und Denkmalpflege gefördert.


Aktivitäten

Die Abteilung veranstaltet regelmäßig Kolloquien, Methodenworkshops und Ringvorlesungen. Voraussichtlich ab Herbst 2022 wird die Abteilung Bau und Kultur die zwei Promotionsprogramme 'Bau und Infrastruktur' sowie 'Kultur und Raum' anbieten.

Britta Köhler-Hoff, M.A.

Koordination der Abteilung Bau und Kultur

+49 234 32 10172

britta.koehler@gi-nrw.de

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