Profil

Seit seiner Gründung im Jahr 2020 baut das Promotionskolleg NRW eigene Strukturen und Prozesse auf, um die Voraussetzungen für Promotionen an HAW in NRW zu schaffen. Dazu greift es auf die Erfahrungen des Graduierteninstituts NRW in den Jahren von 2016 bis 2020 zurück, aus dem es hervorgegangen ist. Aus seinem hochschulgesetzlichen Auftrag und Selbstverständnis leiten sich zudem verschiedene Aufgaben und Ziele ab, die den übergeordneten Rahmen für das Handeln des Promotionskollegs NRW prägen.

Ziele und Aufgaben des PK NRW

Das PK NRW hat den hochschulgesetzlichen Auftrag, Promotionen an HAW zu fördern und durchzuführen. Gleichzeitig bündelt es die wissenschaftlichen Kompetenzen der HAW in NRW und unterstützt die Profilbildung an den Hochschulen. Dem wissenschaftlichen Nachwuchs bietet es ein exzellentes Umfeld zur akademischen Qualifikation. Zentrale Zielsetzungen des PK NRW sind:

Förderung von Promotionen an HAW

  • Durchführung von Promotionen an Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Nordrhein-Westfalen (kooperativ und nach eigenem Promotionsrecht)
  • Förderung der wissenschaftlichen Qualifikation von und des fachlichen Diskurses zwischen Doktorand*innen
  • Zusammenführung interessierter und qualifizierter Professor*innen aus HAW und Universitäten mit dem Ziel der gemeinsamen Betreuung von Doktorand*innen
  • Schaffung diskriminierungsfreier Zugänge zur Promotion von HAW-Absolvent*innen
  • Stärkung von Forschung durch Vernetzung 

Förderung der Profilbildung an HAW

  • Entfaltung des Potenzials der HAW in NRW in den Bereichen Forschung und Transfer
  • Stärkung der anwendungsorientierten Forschung
  • Steigerung der Attraktivität der HAW für exzellente Studierende und Professor*innen
  • Schaffung verlässlicher Strukturen und Prozesse für Promovierende an HAW
  • Ausbau der Zahl der im Wissenschaftsprofil der HAW qualitativ hochwertig ausgebildeten Promovierten, auch im Hinblick auf den eigenen professoralen Nachwuchs

Promotionsmöglichkeiten am PK NRW

Die Hauptaufgabe des Promotionskollegs NRW ist es, Promotionen an HAW in NRW zu unterstützen und durchzuführen. Dazu fördert es zwei Wege der Promotion:

Promotionsprogramme

Mit strukturierten Promotionprogrammen werden optimale wissenschaftliche Rahmenbedingungen für die Promotion geschaffen - verbunden mit einer individuellen Betreuung durch ein Team aus erfahrenen Forschenden und einem regelmäßigen wissenschaftlichen Austausch. 

Kooperative Promotionen

Bei einer kooperativen Promotion werden Promovierende gemeinsam von Professor*innen einer Universität und einer HAW betreut. Der Doktorgrad kann dabei ausschließlich von der betreuenden Universität oder promotionsberechtigten Hochschule vergeben werden, an der die Annahme zur Promotion erfolgt. Die Promotionsordnung dieser Fakultät ist auch maßgeblich für die Anforderungen, die es zu erfüllen gilt.


Forschung

Die Forschung am Promotionskolleg NRW spielt sich in und zwischen seinen Abteilungen ab. Sie ist Ausdruck der Forschungszusammenarbeit exzellenter Professor*innen und Doktorand*innen verschiedener HAW und Universitäten im Kontext des Promotionskollegs.

Dem PK NRW liegt dabei ein Konzept zugrunde, das sowohl durch Kooperation und als auch durch Arbeitsteilung geprägt ist. Dies äußert sich darin, dass Doktorand*innen und betreuende Professor*innen des PK NRW an ihren jeweiligen Hochschulen forschen. An den Hochschulen werden die strategischen Prioritäten in der Forschung definiert und die für die Forschung erforderliche Infrastruktur zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig sind die Doktorand*innen und Professor*innen in das Netzwerk des Promotionskollegs NRW eingebunden. Dieses bildet das wissenschaftliche Umfeld für die Forschenden. Es vernetzt Wissenschaftler*innen hochschulübergreifend, fördert gemeinsame Kooperationen, koordiniert und organisiert Qualifizierungsveranstaltungen, Kolloquien und Tagungen und sichert die Qualität der Promotion und Verfahren.

Was zeichnet die Forschung am Promotionskolleg NRW aus?

1. Anwendungsorientierung

Der Forschungsfokus am PK NRW liegt auf anwendungsorientierter Forschung. Das bedeutet, dass in HAW-spezifischen Forschungsfeldern mit dem Ziel geforscht wird, anwendungsorientierte Lösungen für aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen und Probleme zu finden.

Durch Kooperationen mit Unternehmen und Organisationen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft erfolgt zudem eine Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in technische und soziale Innovationen mit gesellschaftlichem Nutzen.

2. Inter- und Transdisziplinarität

Ein grundlegendes Merkmal der Forschung an HAW ist die Inter- und Transdisziplinarität. Am PK NRW wird diesem Umstand mit dem Zuschnitt der Abteilungen Rechnung getragen. Dieser hebt sich bewusst von der im Hochschulwesen üblichen Einteilung in Fachbereiche oder Fakultäten nach zusammengehörenden Fächern ab. Gleichwohl ist in allen Abteilungen des Promotionskollegs NRW eine disziplinäre Verankerung vorhanden. Zusätzlich zur Untersuchung interdisziplinärer Forschungsfragen wird der Bezug zu den beteiligten Fächern hergestellt und das in der interdisziplinären Forschung gewonnene neue Wissen in disziplinären Kontexten betrachtet und eingeordnet. 

3. Vernetzung

Das Promotionskolleg bildet das Forschungsnetzwerk der HAW in NRW. Die wissenschaftliche Zusammenarbeit erfolgt in den Abteilungen des PK NRW, in denen sich Professor*innen und Doktorand*innen verschiedener Hochschulen vernetzen. Die Abteilungen bündeln somit die Forschungskompetenzen der HAW zu meist interdisziplinären Themenfeldern. Die Forschung innerhalb der Abteilungen ist in Schwerpunkten geclustert. 

4. Förderndes Umfeld

Ziel des Promotionskollegs NRW ist es, Promovierenden und Professor*innen hochschulübergreifend eine optimale Forschungsumgebung zu bieten, in der sie ihre Forschung mit Anwendungsbezug realisieren können. Mit seinen Promotionsprogrammen sowie zentralen Maßnahmen zur weiteren Qualifizierung und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses unterstützt das PK NRW insbesondere Promovierende darin, sich als als sebstständig forschende Wissenschaftler*innen im In- und Ausland zu etablieren. 


Internationalisierung

Das PK NRW bekennt sich zu einer europäischen und weltweiten Wissenschaftsgemeinschaft. Gemeinsam mit den Abteilungen wird es seine Internationalisierungsaktivitäten in den kommenden Jahren systematisch auf- und ausbauen. Ziel ist es, eine internationale Forschungszusammenarbeit zu stärken und Promovierende in die Lage zu versetzen, im internationalen Kontext zu forschen sowie Forschungsergebnisse zu kommunizieren und zu diskutieren.

Auf zentraler Ebene wird die Förderung von Forschungsaufenthalten und Konferenzbesuchen von Nachwuchswissenschaftler*innen im Ausland konzeptionell verankert. Zudem werden die Vermittlung von Fremdsprachenkompetenzen und der Erwerb interkultureller Kompetenzen im Rahmen von Qualifizierungsworkshops systematisch gefördert.

Auf Ebene der Abteilungen werden abteilungsspezifische und abteilungsübergreifende Maßnahmen und Strategien zum Auf- und Ausbau von internationalen Forschungskooperationen und Austauschformaten etabliert und gefestigt. Internationale Kooperationen auf Projekt- und Hochschulebene sind hierbei von zentraler Bedeutung. Maßnahmen zur Förderung einer Internationalisation at Home werden ebenfalls diskutiert.

Der Ausbau der Internationalität wird in Ergänzung zu den vielfältigen Aktivitäten an den Trägerhochschulen erfolgen.


Gleichstellung

Das PK NRW verpflichtet sich als Einrichtung der hervorragenden wissenschaftlichen Nachwuchsförderung der konsequenten Verankerung gleichstellungspolitischer Ziele auf allen Ebenen. In diesem Sinne werden Maßnahmen umgesetzt, die Gleichstellung als Querschnittsthema in der Organisation verorten und sichtbar machen.  

Die Gleichstellung der Geschlechter wird als der gleichberechtigte Zugang zu Positionen und Ressourcen verstanden und dient der Herstellung von Geschlechtergerechtigkeit in Wissenschaft und Verwaltung. Daher fokussiert die Gleichstellungsarbeit des PK NRW die Bereiche akademische Nachwuchsförderung, Selbstverwaltung und Verwaltung.

Das PK NRW trägt in der Arbeitgeberfunktion und als Einrichtung der Promotionsförderung Sorge für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Familie und Promotion. Die Vereinbarkeit wird somit als konstitutiver Bestandteil des Gleichstellungsauftrages gehandhabt.

Für die Umsetzung der Ziele und Maßnahmen zeichnet der Vorstand des PK NRW verantwortlich, bei welchem die Gleichstellung auch strategisch angesiedelt ist. Die zentrale Gleichstellungsbeauftragte und die dezentralen Gleichstellungsbeauftragten sind Ansprechpartnerinnen für Gleichstellungsfragen und wirken beratend und unterstützend bei der Erarbeitung von Konzepten und der Umsetzung von Maßnahmen mit.


Qualitätssicherung

Ein Kernanliegen des Promotionskollegs NRW ist es, die Qualität der Promotion zu sichern. Regelmäßige Qualitätskontrollen dienen dazu, hohe Qualitätsstandards durchzusetzen, wissenschaftliches Fehlverhalten zu vermeiden und ein hohes wissenschaftliches Niveau von Promotionsvorhaben sicherzustellen. Die Prozesse und Verfahrensweisen, die Kollegorganisation und die Arbeit der Abteilungen werden in regelmäßigen Abständen evaluiert und auf die Erfüllung ihres hochschulpolitischen Auftrages hin überprüft. Bei Bedarf werden die notwendigen Maßnahmen eingeleitet, um die Qualität der Elemente und Verfahren am Promotionskolleg NRW zu sichern und weiterzuentwickeln.  

Evaluation

Die Evaluationsordnung ist ein wesentlicher Bestandteil der Qualitätssicherung. Das Promotionskolleg NRW versteht Evaluation als Instrument der Selbststeuerung und der externen Rechenschaftslegung, insbesondere gegenüber Trägerhochschulen, Land und Öffentlichkeit. Sie dient der kontinuierlichen Sicherung und Verbesserung der Qualität der Promotionen durch Sicherstellung der Betreuung und Garantie wissenschaftlich exzellenter Promotionsprogramme und Forschung sowie angemessener Organisationsstrukturen der Nachwuchsförderung.

Evaluation bedeutet die regelmäßige und systematische Erhebung, Verarbeitung und Veröffentlichung von Daten zur Überprüfung der Qualität des Promotionsgeschehens, der Abteilungen sowie der Kollegorganisation zur Erfüllung des hochschulpolitischen Auftrags des Promotionskollegs NRW. Konstitutive Elemente der Qualitätssicherung im Bereich der Evaluation sind Selbstberichte, die Beteiligung von externen Expert*innen, die Einbindung des wissenschaftlichen Beirats sowie die Beteiligung der Selbstverwaltungsorgane. Die Ergebnisse der Evaluation werden in den zuständigen Gremien diskutiert und Maßnahmen daraus abgeleitet.

Gute wissenschaftliche Praxis und Verantwortung in der Wissenschaft

Einen hohen Stellenwert in der Qualitätssicherung kommt auch der Einhaltung der Leitlinien zur guten wissenschaftlichen Praxis und der Berücksichtigung der Grundsätze zur Verantwortung in der Wissenschaft am PK NRW zu. Die Einhaltung von Grundsätzen und Verfahrensregeln zur Sicherung einer hohen wissenschaftlichen Qualität sowie zur Sicherstellung wissenschaftlicher Redlichkeit wird dabei als integraler Bestandteil wissenschaftlicher Forschung verstanden, der maßgeblich zur Legitimation wissenschaftlicher Erkenntnisse beiträgt. Ziel der Maßnahmen am PK NRW ist es, die Forschenden zu informieren und zu sensibilisieren, um sowohl die Einhaltung wissenschaftlicher Standards und etablierter Methoden als auch die Einhaltung ethischer Grundsätze über den gesamten Forschungsprozess hinweg sicherzustellen. Erste Anlaufstelle bei Fragen des wissenschaftlichen Fehlverhaltens oder der Verantwortung in der Wissenschaft ist stets die zuständige Stelle der jeweiligen Trägerhochschule. Nur in Ausnahmefällen oder bei unmittelbarer Betroffenheit sollte das PK NRW direkt kontaktiert werden.

Bei Verdacht auf wissenschaftliches Fehlverhalten, das den Aufgabenbereich des Promotionskollegs NRW und die Durchführung der Promotion unmittelbar betrifft, ist die Ombudsperson des PK NRW erste Anlaufstelle. Als neutrale Vertrauensperson berät sie sowohl allgemein zu Fragen der guten wissenschaftlichen Praxis als auch speziell in Fällen, in denen sie Kenntnis über ein vermutetes wissenschaftliches Fehlverhalten erlangt.

Die Kommission zur Verantwortung in der Wissenschaft unterstützt und berät die Mitglieder und Angehörigen des Promotionskollegs NRW im Hinblick auf von ihnen verantwortete Forschungsvorhaben durch Stellungnahmen zu ethisch relevanten Aspekten vor und während der Durchführung von Forschungsvorhaben.